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Peter Dörfler

Peter-Dörfler-Friedhof

Priester und Erfolgsschriftsteller

Peter Dörfler wurde am 29. April 1878 in Untergermaringen geboren. Aufgewachsen ist er aber im "Michlebauern Hof" seiner Eltern in Waalhaupten. Der sensible und begabte Bauernsohn wurde nach Augsburg in das Benediktinergymnasium St. Stephan geschickt. Er sollte nach dem Willen der Eltern Geistlicher werden, damals für Buben vom Land fast die einzige Möglichkeit, zu studieren.

Dörfler studierte in München und Rom. Nach der Priesterweihe 1903 kam er 1907 für ein Jahr als Kaplan und 1911 bis 1915 als Spitalpfarrer nach Landsberg, außerdem war er Religionslehrer an der Realschule.

1915 wurde er zum Leiter des Maria-Ludwig Ferdinand-Waisenhauses in München-Neuhausen berufen. In diesem Heim lebten bis zu 350 Kinder. Dörfler liebte sie, und die Kinder hingen an ihm. Im Sommer begleitete er sie an Ferienplätze auf dem Land und hielt „Schmalz-, Kartoffel- und Apfelpredigten" zur Verbesserung der Versorgung der Waisen. Nach dem Krieg setzte er sich erfolgreich für den Wiederaufbau des Hauses und für die Rückkehr der Kinder ein. Er leitete es bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1955.

Dörfler begann früh zu schreiben.
Sein erster großer Erfolg wurde 1912 der Roman „Als Mutter noch lebte". Am Grab seiner Mutter, deren Tod ihn sehr erschütterte hatte, hatte er beschlossen, ein Erinnerungsbuch über sie zu schreiben. Der Roman erzählt anschaulich und humorvoll Dörflers Kindheit in Waalhaupten.
Seit 1912 erschien fast jährlich ein neuer Roman oder ein Band mit Erzählungen.
In der Zeit zwischen den Weltkriegen war Dörfler ein im ganzen deutschsprachigen Raum bekannter Schriftsteller, der seine Werke auf Lesereisen von Österreich bis nach Ostpreußen dem Publikum vorstellte. Einige Bücher wurden auch übersetzt. Insgesamt waren sie in über einer Million von Exemplaren verbreitet. Die meisten seiner Werke, vor allem historische Romane, gehören zur Regionalliteratur. Sie spielen in seiner Heimat, in Schwaben, im Allgäu und im angrenzenden Lechrain.

Auch die Stadt Landsberg ist Schauplatz einiger geschichtlicher Erzählungen und des Romans "Judith Finsterwalderin".
Einer von Dörflers gelungensten Romanen ist „Der ungerechte Heller" (1922), der in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Lechmühlen spielt. Der Leser lernt die heute untergegangene Welt der Dörfer am Lechrain kennen, die Kleinbauern, die Holzfäller im Sachsenrieder Forst, die Flößer.
Der bekannteste Roman ist wohl "Die Wessobrunner" (1941). In ihm stellte Dörfler die Künstlerfamlilien des Klosterdorfes vor, die im 18. Jahrhundert im Pfaffenwinkel und weit darüber hinaus Kirchen bauten und mit Stuck und Fresken schmückten.

Der Schriftsteller Dörfler, Mitglied der Bayerischen Akademie der schönen Künste und 1945 ausgezeichnet mit dem Dichterpreis der Stadt München, wurde in der Nachkriegszeit bald weitgehend vergessen, seine Bücher wurden kaum mehr gedruckt. Grund dafür ist wohl, dass seine an der Tradition und der christlichen Religion orientierten Themen und Einstellungen von den Lesern einer Zeit kultureller und gesellschaftlicher Umbrüche nicht mehr als zeitgemäß empfunden wurden.

Peter-Dörfler-Straße

Peter-Dörfler-Straße

Der Markt Waal hat eine Straße, die "Peter-Dörfler-Straße", nach ihm benannt.

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